Wie Kimchi und Kombucha deine Stimmung aufhellen und Angst vertreiben können

Wie Kimchi und Kombucha deine Stimmung aufhellen und Angst vertreiben können

Unser Darm kann deutlich mehr als nur das Mittagessen oder die Gummibärchen verdauen. Schon länger ist bekannt, dass der Darm ein ganzes Nervensystem, mit über 30 verschiedenen Botenstoffen (Neurotransmittern), beherbergt. Neurotransmitter beeinflussen unter anderem, wie du dich fühlst. Unsere Darmflora steht im ständigen Austausch mit dem Gehirn und wirkt sich so auf Emotionen, das Befinden und sogar psychische Störungen aus. Pflegst du die Darmflora durch bestimmte Nahrungsmittel gut, so kann das positive Effekte auf das Wohlbefinden, als auch Symptomverbesserungen bei psychischen Störungen haben.

Der Vagus Nerv verbindet den Darm mit dem Gehirn
Jeder kennt ein gutes oder schlechtes Bauchgefühl, z.B. wenn eine wichtige Entscheidung ansteht. Der Darm bestimmt entscheidend mit, wie du dich fühlst und welche Emotionen entstehen. Über den Vagus Nerv ist der Darm direkt mit dem Gehirn verbunden und nimmt so Einfluss auf deine Stimmung. Bei diesem Austausch transportiert der Darm über 90% der Informationen ins Gehirn, das Gehirn schickt jedoch nur 10% in den Darm zurück. Das zeigt auch, dass dein Bauchgefühl oft nicht so stark vom Kopf beeinflusst werden kann.
Durch diesen Cocktail an Neurotransmittern im Darm entstehen also vor allem Gefühle und Stimmungen, jedoch ist der Darm nicht in der Lage, Entscheidungen zu treffen oder bewusste Gedanken zu produzieren. Diese Funktionen sichert sich immer noch das „erste Gehirn“ – der Kopf. Da der Darm die Emotionen nicht bewerten kann, jedoch ein Bauchgefühl oft ziemlich starken Einfluss nimmt, kann es umso wichtiger sein, den Kopf ganz bewusst in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Welche Neurotransmitter gibt es im Darm?
Die Neurotransmitter im Darm, welche sich u.a. auf das Wohlbefinden auswirken, werden von der Darmflora beeinflusst. Als Darmflora wird das Mikrobiom im Darm bezeichnet, die Gesamtheit der Mikroorganismen, dazu gehören z.B. unzählige hilfreiche Bakterien.
Eine gesunde Darmflora ist auch eine wichtige Voraussetzung für psychische Gesundheit.
Der Neurotransmitter Serotonin, der u.a. mit Schmerzempfinden, Gedächtnisleistungen, Ess- und Schlafverhalten assoziiert wird, befindet sich nur zu 5% im Gehirn, zu 95% ist er im Darm angesiedelt. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), eine bestimmte Antidepressiva-Gruppe, beeinflussen Stimmung und Depressionssymptomatik vor allem über das Nervensystem des Darms. Neben Serotonin wirkt sich die Darmflora auch auf andere Neurotransmitter wie Dopamin und Noradrenalin aus. In Experimenten mit Mäusen zeigte sich, dass eine ausgewogenen Darmflora zu gesteigerten Dopamin und Noradrenalin-Levels und so zu mehr Erkundungsfreude und Neugierde beitrug.
Eine beschädigte Darmflora, die durch einen Mangel an hilfreichen Bakterien verursacht wird, führt nicht nur zu Verdauungsproblemen sondern auch dazu, dass Nähr- und Mikronährstoffe nicht richtig aufgenommen werden können. Die Darmschleimhaut wird so deutlich empfindlicher und kann schneller von bösartigen Bakterien beschädigt werden. Diese Bakterien können dann nicht nur im Darm für eine Entzündung sorgen, sie können über den Vagus Nerv auch ins Gehirn gelangen und dieses ebenso anstecken. Schon seit längerem wird diskutiert, inwieweit eine Depression auch durch die Entzündung des Darms und Gehirns mitverursacht wird. Eine sensible Darmflora ist also einer der Risikofaktor für Depressionen.

 

So kannst du deine Darmflora pflegen     
Die englische Forscherin Dr. Natasha Campbell-McBride zeigte, dass sich eine Ernährung mit pro- und präbiotischen Lebensmitteln besonders günstig auf die Darmflora auswirken kann. Eine Liste mit diesen Lebensmitteln findet du am Ende dieses Artikels.
Neben den positiven Auswirkungen auf die Stimmung, kann eine besondere Pflege der Darmflora sogar zu Symptomverbesserungen bei Störungen wie Depressionen, Angsterkrankungen, AHDS, und Autismus führen. Eine gesunde und ausgewogene Darmflora ist demnach ein Schutz vor Infektionen des Darms und des Gehirns.
Um die Darmflora richtig zu pflegen und so einen dauerhaften Einfluss auf das Wohlbefinden als auch einen präventiven Schutz vor Depressionen und anderen Störungen zu gewährleisten, gibt es gar nicht so viel zu beachten. Wichtig ist, pro- und präbiotische Lebensmittel in die täglichen Mahlzeiten zu integrieren, Regelmäßigkeit ist dabei ganz zentral.
Druck dir unsere Liste aus und hänge sie dir neben den Kühlschrank!

Die Liste ist noch keineswegs vollständig und du wirst sicherlich noch mehr Lebensmittel entdecken. Pro- und Präbiotika sind übrigens für die Balance der Darmflora genau gleichwichtig, hier gibt es keine Hierarchie.

Probiotika
(schützen die Darmflora direkt, indem sie diese unmittelbar unterstützen)
Präbiotika
(unterstützen die Darmflora indirekt, indem sie die „guten“ Bakterien stärken)
–   Joghurt
–   Kefir
–   Sauerkraut
–   Miso-Suppe
–   Kombucha
–   Oliven
–   Dunkle Schokolade
–   Saure Gurken
–   koreanischer Kimchi
–   Apfelessig
–   Käse
–   Tempeh
–   fermentierte Lebensmittel
–   Artischocken
–   Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohne
–   Spargel
–   Rettich
–   Pastinaken
–   Roggen- und Haferflocken
–   Chicorée
–   Zichoriewurzel
–   Knoblauch
–   Zwiebel
–   Porree
–   Weizenkleie
–   Banane
–   Schwarzwurzeln

Quellen:
– Gut and Psychology Syndrome (Dr. Natasha Campbell-McBride) – (GAPS)
– The second brain (Harper Collins), Michael Gershon
– Memory and Brain Amyloid and Tau Effects of a Bioavailable Form of Curcumin in Non-Demented Adults:  A Double-Blind, Placebo-Controlled 18-Month Trial (Small M.D
– Mustafa M. Husain, Yamna Channa, Mohan Chilukuri: Turmeric for Prevention of Dementia: Food for Thought; The American Journal of Geriatric Psychiatry, Volume 26, Issue 3, March 2018, Pages
https://www.scientificamerican.com/article/gut-second-brain/
https://reizdarm.one/blog/haeufigkeit-reizdarmsyndrom/

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