Dein Krisenplan griffbereit als App

Dein Krisenplan griffbereit als App

Einen Krisenplan erstellen

In einer psychischen Krise fällt es schwer, sinnvolle, rationale Entscheidungen zu treffen. Deshalb ist es wichtig, auf die Krise vorbereitet zu sein und einen klaren Plan zu haben, den es zu befolgen gilt. Genau dafür ist der Krisenplan da. Er soll dir im Krisenfall helfen, die richtigen Schritte zu ergreifen, mit denen du die Krise bewältigst.

Sei vorbereitet!

Erstelle den Krisenplan zusammen mit deinem Psychotherapeuten oder deiner Psychotherapeutin. Gemeinsam solltet ihr im ersten Schritt die Warnsignale für eine drohende Krise identifizieren. Die Warnsignale solltest du gut verinnerlichen, damit du in der Lage bist zu erkennen, wenn sich eine Krise anbahnt. Anschließend definiert ihr geeignete Schritte, die du befolgen solltest, wenn du deine Warnsignale erkennst.
Der Krisenplan folgt einem einfachen Muster bestehend aus vier Kategorien. Die ersten beiden Kategorien dienen der Selbsthilfe. Du solltest eigenständig in der Lage sein, die Aktivitäten durchzuführen. Helfen die Selbsthilfestrategien nicht mehr, nimm externe Hilfe in Anspruch, zunächst durch Menschen aus deinem Umfeld, dann auch durch den Kontakt professioneller Hilfseinrichtungen. Im Krisenfall solltest du den Plan Schritt für Schritt von oben nach unten durcharbeiten. Befindest du dich bereits in einer Notfallsituation, in der die ersten Schritte nicht mehr helfen würden, überspringst du sie gleich und holst dir Hilfe. Besprich den Ablauf bitte unbedingt mit deinem Psychotherapeuten!

Schritt für Schritt

1. Bewältigungsstrategien

Bewältigungsstrategien kannst du alleine und am besten jederzeit und überall durchführen, um eine Besserung deiner Situation zu bewirken und die Krise zu bewältigen. Vielleicht kennst du sie auch unter dem Begriff „Skills“. Stell dir am besten die Frage, welche Maßnahmen dir bereits in der Vergangenheit geholfen haben, wenn es dir schlecht ging. Hierbei kann es sich um Aktivitäten handeln, die dir Spaß machen, in denen du besonders gut bist oder die dich einfach nur ablenken. Beispiele sind unter anderem das Spielen eines Instruments, Sport, ein Bad nehmen, Kochen, Lesen oder Aufräumen. Manchen Menschen helfen auch starke Sinnesreize wie beispielsweise durch eine kalte Dusche.

Ein paar Beispiele für Strategien / Skills findest du hier. Erarbeite und erprobe die Strategien bitte mit Unterstützung des therapeutischen Fachpersonals. Sie werden sicherlich weitere Ideen haben, was dir helfen kann.

2. Personen oder Orte zur Ablenkung

Bestimmte Personen oder Orte können dir helfen, auf andere Gedanken zu kommen. Ein geeigneter Ort könnte zum Beispiel dein Lieblingscafé oder eine tolle Bibliothek sein. Manchen Menschen helfen auch Orte in der Natur. Bedenke nur, dass der Ort nicht zu schwer zu erreichen sein sollte. Zudem kannst du hier Personen auflisten, die dich auf andere Gedanken bringen. Ob ihr einfach telefoniert, euch trefft oder gemeinsam etwas unternehmt, liegt an dir.

3 Hilfe von Vertrauenspersonen

Reichen die Selbsthilfemaßnahmen nicht aus, um die Krise zu bewältigen, solltest du Kontakt zu einer Vertrauensperson aufnehmen, der dir helfen kann. Trage für so einen Fall Kontakte in deinen Krisenplan ein, an die du dich wenden kannst, wenn du Unterstützung brauchst. Als solche Kontakte kommen vor allem Familienmitglieder und Freunde infrage. Hier könnte man aber bspw. auch einen Pastor oder eine Vertrauenslehrkraft eintragen.
Wichtig ist, dass die Kontakte bereit und in der Lage sind, dir in einer Krisensituation zu helfen. Für viele Angehörige stellt eine Krise eine große Herausforderung dar. Sprich deshalb mit deinen Vertrauenspersonen ausführlich darüber, wie sie dir in einer entsprechenden Situation helfen können und frage sie, ob sie bereit sind, in den Krisenplan aufgenommen zu werden. Binde am besten auch deinen Psychotherapeuten oder deine Psychotherapeutin ein, die deinen Vertrauenspersonen Tipps und Rat geben kann.

4. Professionelle Hilfe und Krisendienste

Zuletzt solltest du dir Notfall-Kontakte heraussuchen, die dir im Falle einer akuten Verschlechterung deiner Situation, bei Gefahr von Selbstverletzung oder bei suizidalen Gedanken professionelle Hilfe bieten können. Insbesondere die Telefonseelsorge (0800 111 0 111) und die zahlreichen Krisendienste sind eine sehr hilfreiche Anlaufstelle, an die du dich immer wenden kannst. Eine umfangreiche Liste mit entsprechenden Angeboten findest du hier. Die Kontaktpersonen dort haben Erfahrungen mit verschiedensten Krisensituationen und können dir deshalb Tipps und Ratschläge geben, wie du aus der Krise herauskommst. In akuten Notfällen kontaktiere den Notruf (112)!

Bewerte diesen Artikel

Ein Gedanke zu „Dein Krisenplan griffbereit als App

  1. Anonymous

    Sehr hilfreiche App!

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


CAPTCHA-Bild
Bild neu laden